Blog
Gebühren beim Hauskauf 2026: Nebenkosten & Kantonsvergleich

Wer 2026 ein Eigenheim in der Schweiz erwirbt, merkt schnell: Neben dem Kaufpreis entscheidet vor allem das Nebenkostenpaket darüber, ob die Finanzierung aufgeht. Banken lassen diese Gebühren nicht über die Hypothek laufen und fordern harte Eigenmittel. In diesem Leitfaden erfahren Eigentümer:innen, welche Posten anfallen, wie sie kantonal variieren und wie Sie die Kosten transparent zwischen Käufer- und Verkäuferseite regeln.
Warum Nebenkosten planbar sein müssen
Comparis und Houzy gehen weiterhin von 2 bis 5 Prozent Nebenkosten auf dem Kaufpreis aus - je nach Kanton verschlingen Handänderungssteuer, Notariat, Grundbuch und Schuldbrief schnell fünfstellige Beträge. Zusätzlich raten Versicherer wie die Mobiliar, mindestens ein Prozent des Kaufpreises als jährlichen Unterhaltspuffer einzuplanen. Ohne diesen Puffer droht die Tragbarkeit zu kippen, weil weder Banken noch Steuerbehörden kulant reagieren, wenn Gebühren nicht fristgerecht bezahlt werden.
Deshalb gehört die Nebenkostentabelle in jedes Finanzierungsdossier: Sie zeigt der Bank, dass Sie die Kosten aus liquiden Mitteln stemmen, und sie erleichtert es Käufer:innen, die ideale Hypothekarstrategie zu wählen.
Handänderungssteuer: Die grossen Unterschiede
Die Handänderungssteuer ist der grösste Brocken - wenn sie anfällt. Mehrere Kantone (Aargau, Glarus, Schaffhausen, Tessin, Uri, Zug und Zürich) haben sie abgeschafft und erheben lediglich eine geringe Grundbuchgebühr von 0.1 bis 1.3 Promille. In Kantonen wie Bern, Freiburg oder Waadt betragen die Steuersätze hingegen 1 bis 3 Prozent des Kaufpreises, häufig hälftig geteilt zwischen Käufer- und Verkäuferseite.
Wichtig ist die Rechtslage im Detailvertrag: Manche Kantone verpflichten gesetzlich den Erwerber zur Zahlung, andere lassen eine freie Vereinbarung zu. In Thurgau etwa haftet der Verkäufer solidarisch mit, weil der Kanton ein gesetzliches Grundpfandrecht zugunsten der Steuerverwaltung einträgt. Planen Sie in solchen Kantonen Zwischenzahlungen, müssen Sie sicherstellen, dass die Steueramt-Bestätigung rechtzeitig vorliegt.
Notar- und Grundbuchgebühren richtig budgetieren
Notariatskosten berechnen sich je nach Kanton nach Aufwand oder als Promillesatz. In der Praxis bewegen sie sich zwischen 0.1 und 0.5 Prozent des Kaufpreises - inklusive Erstellung des öffentlichen Kaufvertrags, Grundbuchanmeldung und Schuldbriefeintrag. Für den Schuldbrief selbst verlangen viele Notariate zusätzliche 0.1 bis 0.3 Prozent der Pfandsumme. Im Kanton Zürich, wo keine Handänderungssteuer mehr erhoben wird, bleiben dennoch Notariatsgebühren und Auslagen bestehen.
In der Regel übernimmt der Käufer den Grundbucheintrag, während die Grundstückgewinnsteuer klar beim Verkäufer bleibt. Wird ein bestehender Schuldbrief übernommen, reduziert das die Gebühren und spart Zeit bei der Eintragung. Wenn Sie eine Finanzierung mit mehreren Tranchen planen, informieren Sie das Notariat frühzeitig - jede Erhöhung des Grundpfandrechts löst weitere Gebühren aus.
Wer bezahlt was? Vertragsgestaltung mit Augenmass
In vielen Regionen hat sich ein 50/50-Modell etabliert: Käufer:innen tragen Notar und Grundbuch, die Partei mit höherer Verhandlungsmacht übernimmt die Handänderungssteuer ganz oder teilweise. Entscheidend ist, die Aufteilung bereits im Kaufvorvertrag festzulegen und im Kaufvertrag sauber zu protokollieren. Andernfalls drohen Verzögerungen bei der Eigentumsübertragung.
Aus Käufersicht lohnt es sich, die eigenen Argumente vorzubereiten. Wer beispielsweise eine energetische Sanierung zusichert, kann bei der Steuerverteilung punkten, weil der Verkäufer später von einer höheren Bewertung profitiert. Verkäufer:innen wiederum zeigen sich oft kompromissbereit, wenn der Käufer auf eine Finanzierungsbedingung verzichtet oder eine kürzere Due-Diligence akzeptiert.
Beispielrechnung für ein Haus in Bern und Zürich
Ein Einfamilienhaus für 1.15 Mio. Franken zeigt die Differenzen deutlich. In Bern fallen bei 1.5% Handänderungssteuer rund 17'250 Franken an, dazu ca. 0.3% Notar- und Grundbuchgebühren (3'450 Franken). Gesamt: knapp 20'700 Franken, die aus Eigenmitteln zu zahlen sind. In Zürich entfällt die Steuer; übrig bleiben etwa 0.25% Gebühren (2'875 Franken). Wer die Differenz in die Kalkulation einbezieht, erkennt, wie wichtig der Standort für die Liquiditätsplanung ist.
Nutzen Sie parallel Marktberichte wie den Schweizer Immobilienmarkt 2026, um Preisentwicklungen gegen die Nebenkosten zu spiegeln: Ein günstigerer Kaufpreis in einem steuerlich teuren Kanton kann unterm Strich schlechter aussehen als ein höherer Kaufpreis ohne Handänderung.
Finanzierung, Eigenmittel & Bankdossier
Banken finanzieren maximal 80% des Kaufpreises. Die Nebenkosten müssen Sie zusätzlich vorweisen - häufig als Kontoauszug oder Wertschriftendepot. Wer Wertschriften nutzt, sollte prüfen, ob nach Abzug der Haircuts noch genügend harte Eigenmittel verbleiben. Kombinieren Sie die Nebenkostenübersicht deshalb mit Ihrem Hypothekarkonzept, etwa aus unserem Beitrag Trends im Schweizer Hypothekarmarkt.
Stellen Sie ausserdem sicher, dass die Budgetierung zur langfristigen Strategie passt: Nebenkosten dürfen nicht dazu führen, dass Renovationen verschoben werden oder die Tragbarkeit wackelt. Legen Sie deshalb parallel einen Unterhaltsplan an, damit keine Überraschungskosten die Liquidität gefährden.
Steuerplanung & Reporting
Handänderungssteuer und Notariatskosten lassen sich steuermindernd verbuchen, sofern Sie die Belege sauber archivieren. Das hilft nicht nur bei der Steuererklärung, sondern auch bei einer späteren Due-Diligence, wenn Sie das Objekt verkaufen. Ergänzen Sie Ihr Dossier mit einer Übersicht über die kantonalen Steuersätze, damit Sie im Ernstfall nachweisen können, warum bestimmte Kosten angefallen sind.
Für detaillierte Abzüge - von Hypothekarzinsen über Schuldbriefe bis zu Renovationen - lohnt sich ein Blick in Steuern und Wohneigentum: Worauf du achten solltest. So stellen Sie sicher, dass keine abzugsfähigen Posten liegen bleiben.
Fazit und nächste Schritte
Nebenkosten sind kein Anhängsel, sondern ein zentrales Element jeder Immobilienfinanzierung. Wer sie früh kalkuliert, spart sich böse Überraschungen bei der Eigentumsübertragung, stärkt die Verhandlungsposition und erfüllt die Bankauflagen ohne Stress. Der nächste Schritt: Lassen Sie Ihre Wunschimmobilie gratis mit dem avendo-Schnellcheck bewerten, ergänzen Sie die Nebenkostentabelle um kantonale Besonderheiten und halten Sie alle Belege digital bereit. So bleibt Ihr Hauskauf planbar - auch in einem Markt, der 2026 weiterhin hohe Transparenz verlangt.





