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Eigentumswohnung verkaufen oder vermieten? Ihr Entscheidungs-Framework für 2026

Daniel Schüpfer

·

02.04.26

·

0 Min. Lesezeit

·

Finanzen & Steuern

Stockwerkeigentum

Kostenvergleich Immobilienbewertung Schweiz

Der Schweizer Wohneigentumsmarkt bleibt auch 2026 in Bewegung: Die Bevölkerung wächst laut Houzy-Prognose weiterhin um rund 80'000 Personen pro Jahr, während 2024 sogar 2% weniger Eigentumswohnungen ausgeschrieben waren. Gleichzeitig liegt der SNB-Leitzins seit Herbst 2025 wieder bei 0%, was Käufer:innen zusätzliche Kaufkraft verleiht. Für Eigentümer:innen stellt sich damit die Gretchenfrage: Bringt ein Verkauf den grössten Nutzen - oder lohnt sich die Vermietung als Renditeobjekt?

Schritt 1: Lage-Check statt Bauchgefühl

Starten Sie mit einer nüchternen Bestandsaufnahme. Drei Kennzahlen geben rasch Orientierung:

Angebot/ Nachfrage Ihrer Gemeinde: Online-Home-Market-Analysen zeigen, ob vergleichbare Stockwerkeigentumseinheiten eher in 40 oder in 120 Tagen vermittelt werden. Regionen wie Zürich oder Zug liegen laut der Swiss Marketplace Group bei rund 52-54 Insertionstagen, ländliche Gebiete deutlich darüber.

Wertentwicklung: Prüfen Sie, wie sich die letzten Transaktionen in Ihrer STWEG entwickelt haben. Steigen die Preise nur noch marginal (<2% p.a.), ist der Zeitpunkt für einen Verkauf günstiger, bevor weitere Wohnungen auf den Markt kommen.

Renovationsstau: Liegen grössere STWEG-Projekte (Fassade, Heizung, Photovoltaik) an? Diese Investitionen belasten Renditen, lassen sich beim Verkauf jedoch als Preisargument transparent machen.

Für diesen Reality Check eignen sich digitale Bewertungsmodelle wie der avendo-Schnellcheck sowie Gespräche mit Ihrer Verwaltung. Kombinieren Sie beide Sichtweisen, um Hypothesen („Die Wohnung arbeitet sowieso für mich“) zu validieren.

Schritt 2: Netto-Mietrendite ehrlich berechnen

Eine Vermietung lohnt sich nur, wenn die Netto-Mietrendite zu Ihrer Risikoneigung passt. Nutzen Sie folgende Formel (immoverkauf24):

Netto-Rendite = (Jahresnettomiete - Unterhalt - STWEG-Beiträge - Leerstand) / Gesamtkapital × 100

Unterhalt: Planen Sie 1-1.5 % des Gebäudeversicherungswertes ein - Stockwerkeigentümer zahlen via Erneuerungsfonds so oder so.

Leerstand: Kalkulieren Sie konservativ mit 1 Monat pro Jahr, selbst in stark nachgefragten Zentren.

Finanzierung: Banken verlangen weiterhin 20% Eigenkapital, wovon mindestens 10% aus „harten“ Mitteln wie Bargeld oder Wertschriften stammen müssen.

Vergleichen Sie das Resultat mit alternativen Anlagen: Liegt Ihre Netto-Rendite nach Abzug von Steuern unter 2.5%, übertrifft ein Verkauf mit anschliessender Wertschriftendiversifikation oft den Vermietungsertrag.

Schritt 3: Steuer- und Vorsorgeeffekte berücksichtigen

Bis zur geplanten Abschaffung des Eigenmietwerts (Volksabstimmung 2025, Umsetzung frühestens 2028 laut Raiffeisen) gilt in der Schweiz weiterhin: Wer selbst in der Eigentumswohnung lebt, versteuert den Eigenmietwert, darf dafür Hypothekarzinsen und Unterhalt abziehen. Bei Vermietung versteuern Sie die Nettomiete und können Unterhaltskosten ebenfalls abziehen. Prüfen Sie deshalb:

Steuerprogression: Zusätzliche Mieterträge können Sie in eine höhere Progressionsstufe bringen. Rentiert die Vermietung nach Steuern noch?

Vorsorgegelder: Für selbstbewohntes Eigentum dürfen PK-Gelder eingesetzt werden; nach einer Vermietung verlangen Banken häufig, dass fehlende harte Eigenmittel nachgeschossen werden.

Nachfolgeplanung: Eine vermietete Wohnung lässt sich dank laufendem Cashflow einfacher in eine Erbengemeinschaft integrieren, während ein Verkauf Liquidität schafft, um Pflichtteile auszugleichen.

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Schritt 4: Entscheidungs-Framework bauen

Stellen Sie die Erkenntnisse in einer einfachen Matrix dar:

Kriterium | Verkauf spricht dafür | Vermietung spricht dafür

Liquiditätsbedarf | Sie benötigen Eigenmittel für ein neues Projekt oder die Amortisation einer Hypothek | Sie haben genügend Puffer und möchten laufende Einnahmen

Marktumfeld | Region mit kurzen Insertionstagen, aktuell hoher Nachfrage | Zuzugsstarke Städte mit steigenden Mieten

Zustand/Capex | Grössere Sanierungen stehen an -> lieber im Verkaufspreis berücksichtigen | Gebäude frisch saniert, tiefe Rückstellungen

Steuer/Erben | Grundstückgewinnsteuer tief, Erbengemeinschaft wünscht cash-out | Nachfolge will Immobilie als Anlage behalten

Parallel lohnt sich ein Blick auf verwandte Strategien: Eigentumswohnung verkaufen: So gelingt der Wohnungsverkauf stressfrei erklärt, wie Sie Inserate vorbereiten, während Haus verkaufen oder vermieten? die Perspektive für Einfamilienhäuser beleuchtet. Wer bereits an eine spätere Erbteilung denkt, findet in Immobilienbewertung bei Erbschaft wertvolle Hinweise zur Bewertung.

Schritt 5: Mit Daten entscheiden - und flexibel bleiben

Sobald Zahlen und Szenarien stehen, definieren Sie messbare Trigger:

Verkauf bei Angebotspreis ≥ geschätzter Marktwert +2% und Vermarktungsdauer <60 Tage laut OHMA.

Vermietung falls Nettomiete ≥ CHF 32'000 pro Jahr bei einem Kapitalbedarf von CHF 1 Mio (entspricht 3.2% Rendite) und Leerstandsrisiko <1 Monat.

Bleiben Sie flexibel: Ein Zwischenweg ist die temporäre Vermietung mit klarer Exit-Strategie (z.B. Verkauf nach 24 Monaten, sobald die Eigenmietwert-Abschaffung umgesetzt ist). Wichtig ist, dass Sie regelmässig prüfen, ob Ihre Kennzahlen noch stimmen - insbesondere wenn die SNB den Zinszyklus erneut dreht.

Praxis-Check: Zahlen auf den Punkt bringen

Nehmen wir eine 3.5-Zimmer-Wohnung in Winterthur. Marktwert laut avendo-Schnellbewertung: CHF 890'000. Die Bruttomiete läge bei CHF 2'650/Monat. Nach Unterhalt (CHF 10'000/Jahr), STWEG-Beiträgen (CHF 4'200) und einem Leerstands-Puffer (CHF 2'650) bleiben CHF 14'600 jährlich - eine Netto-Rendite von 1.64%. Verkaufen Sie dieselbe Wohnung heute mit 2% Aufschlag, erzielen Sie rund CHF 907'800 und können das Kapital in Wertschriften mit erwarteten 3% Rendite umschichten. Solche Szenarien schaffen Klarheit, ob Vermietung oder Verkauf gewinnt.

Wie avendo Sie begleitet

avendo kombiniert Markt-Analytics mit persönlicher Beratung. Wir liefern nicht nur eine realistische Bewertung Ihrer Eigentumswohnung, sondern begleiten Sie auch bei der Vermarktung - von Profifotos und Home Staging bis zur Käuferqualifikation. Unsere Makler:innen wissen, welche Argumente Vermieter:innen überzeugen und wie Sie Interessenten den Wert Ihrer Wohnung datenbasiert erklären.

Fazit: Wer Entscheidungen auf belastbare Kennzahlen stützt, bleibt handlungsfähig - egal ob Sie verkaufen, vermieten oder vorerst beobachten. Lassen Sie Ihre Wohnung heute kostenlos bewerten und bauen Sie Ihr persönliches Entscheidungs-Framework auf.

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