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Haus für den Verkauf vorbereiten: die Checkliste vor dem Verkaufsstart

Daniel SchüpferDaniel Schüpfer7 min readImmobilienverkaufVerkaufen
Aufgeräumtes, hell eingerichtetes Wohnzimmer als Vorbereitung eines Hauses für den Verkauf

Ein Haus ist verkaufsbereit, wenn drei Dinge stehen: ein belastbarer Preis, ein vollständiges Verkaufsdossier und ein Zustand, der bei Fotos und Besichtigungen keine Fragen aufwirft. Planen Sie dafür vier bis acht Wochen vor dem Verkaufsstart ein. Der längste Posten ist dabei nicht das Putzen, sondern die Beschaffung der Unterlagen bei Grundbuchamt, Gemeinde und Versicherung. Diese Checkliste zeigt die sechs Schritte in der richtigen Reihenfolge, welche Arbeiten sich lohnen und welche Pflichten Sie als Verkäuferin oder Verkäufer haben.

Welche sechs Schritte gehören zur Vorbereitung?

Die Vorbereitung eines Hausverkaufs folgt einer festen Logik: Zuerst kommt der Wert, weil er bestimmt, welche Investitionen sich rechnen. Dann die Unterlagen, weil ihre Beschaffung am längsten dauert. Erst danach lohnt sich die Arbeit am Zustand und an der Präsentation. Der letzte Schritt vor dem Verkaufsstart ist die Offenlegung bekannter Mängel.

SchrittWas zu tun istWannVertiefung
1. Wert klärenBewertung einholen, Preisstrategie festlegen8 Wochen vorherWas ist mein Haus wert?
2. Unterlagen beschaffenGrundbuchauszug, Pläne, Versicherungsausweis, Baubewilligungen, Abrechnungen6 bis 8 Wochen vorherUnterlagen-Checkliste
3. Mängel behebenKleine Reparaturen, keine Grossrenovation4 bis 6 Wochen vorherRenovation vor Hausverkauf
4. Entrümpeln und reinigenPersönliches raus, Flächen frei, Fenster, Garten, Eingang3 bis 4 Wochen vorherdieser Artikel
5. PräsentationHome Staging, professionelle Fotos, Exposé2 bis 3 Wochen vorherInszenierung für das Fotoshooting
6. Offenlegung und BesichtigungBekannte Mängel dokumentieren, Besichtigungsablauf planen1 Woche vorherErfolgreicher Besichtigungstag

Warum kommt die Bewertung vor jeder Investition?

Der Wert des Hauses entscheidet, welche Vorbereitung sich lohnt. Wer eine Küche ersetzt, ohne zu wissen, was der Markt für das Haus in dieser Lage bezahlt, investiert blind. Eine Bewertung zeigt zudem, welche Merkmale den Preis in Ihrer Gemeinde treiben: Aussicht, Grundstück, Ausbaustandard oder Energieeffizienz. Genau dort sollte die Vorbereitung ansetzen.

Der zweite Grund ist die Preisstrategie. Ein Inserat bekommt in den ersten Tagen die meiste Aufmerksamkeit. Wer den Preis vorher sauber herleitet, startet ohne spätere Korrektur. Preissenkungen sind auf den Portalen für alle sichtbar und schwächen Ihre Position in jeder Verhandlung. Eine erste, kostenlose Einschätzung auf Basis echter Transaktionsdaten liefert die avendo-Schnellbewertung; wie eine Bewertung im Detail entsteht, erklärt der Beitrag Was ist mein Haus wert?.

Welche Unterlagen müssen vor dem Verkaufsstart bereitliegen?

Der Kern des Verkaufsdossiers besteht aus dem aktuellen Grundbuchauszug, den Grundrissplänen mit Flächen und Kubatur, dem Gebäudeversicherungsausweis, den Baubewilligungen für Umbauten sowie den letzten Nebenkosten- und Unterhaltsabrechnungen. Bei Stockwerkeigentum kommen Reglement, Protokolle der Eigentümerversammlung und der Stand des Erneuerungsfonds dazu.

Beginnen Sie mit der Beschaffung, sobald der Verkaufsentscheid steht. Grundbuchamt und Bauverwaltung arbeiten in eigenem Tempo, und ein fehlendes Dokument fällt genau dann auf, wenn ein Kaufinteressent die Finanzierung bei seiner Bank einreicht. Die vollständige Liste mit Bezugsquellen und Zweck jedes Dokuments finden Sie in der Unterlagen-Checkliste für den Hausverkauf.

Ein Dokument verdient besondere Erwähnung: der GEAK, der Gebäudeenergieausweis der Kantone. Er ist national freiwillig, einzelne Kantone verlangen ihn aber bei einer Handänderung oder für Förderbeiträge; die Regel Ihres Kantons finden Sie auf geak.ch. Unabhängig von der Pflicht fragen Kaufinteressenten heute nach den Energiekosten. Was der Ausweis aussagt und wie Sie ihn erhalten, zeigt der Artikel zum GEAK.

Welche Reparaturen lohnen sich vor dem Verkauf, welche nicht?

Sichtbare Kleinmängel beheben, Grossrenovationen unterlassen: Das ist die Regel für die meisten Häuser. Kaufinteressenten schliessen vom Kleinen aufs Grosse. Ein tropfender Hahn oder eine defekte Steckdose kostet wenig, weckt aber den Verdacht, dass auch der Rest vernachlässigt wurde. Eine neue Küche dagegen bezahlt der Markt selten voll, weil Käuferinnen und Käufer eigene Vorstellungen mitbringen.

MassnahmeEmpfehlungWarum
Tropfender Hahn, defekte Steckdose, klemmende TüreBehebenGünstig, signalisiert Unterhalt
Abgeblätterte Farbe, Risse im Verputz, Flecken an WändenAusbessern, neutral streichenPrägt Fotos und den ersten Eindruck
Kratzer im Parkett, schadhafte Fugen im BadPunktuell reparierenVerhindert Preisabschläge aus Prinzip
Neue Küche, neues BadIn der Regel nichtWird selten voll bezahlt, Geschmack der Käufer
Fenster, Heizung, DämmungNur nach RechnungHoher Aufwand, Wirkung hängt vom Objekt ab

Ob sich eine grössere Massnahme rechnet, hängt vom Objekt, der Lage und der Zielgruppe ab. Die Entscheidungslogik dazu, inklusive der Frage nach der Energieeffizienz, zeigt der Beitrag Renovation vor Hausverkauf: Lohnt sich die Investition?. Eine Ausnahme gilt immer: Schäden, die eine Bank von der Finanzierung abhalten würden, etwa ein undichtes Dach oder eine Heizung am Ende ihrer Lebensdauer, müssen Sie entweder beheben oder im Preis und im Dossier klar ausweisen.

Wie machen Sie das Haus bereit für Fotos und Besichtigungen?

Vier Arbeiten machen den Unterschied: entrümpeln, reinigen, neutralisieren und Licht schaffen. Sie kosten vor allem Zeit und wirken auf jedem Foto und in jeder Besichtigung.

Entrümpeln. Persönliche Fotos, Sammlungen und Kleinkram kommen weg, Flächen werden frei. Jeder Raum braucht einen erkennbaren Zweck: ein Schlafzimmer, ein Büro, ein Kinderzimmer, kein Abstellraum mit Bett. Vergessen Sie Keller, Estrich und Garage nicht, denn Kaufinteressenten öffnen jede Türe.

Reinigen. Eine gründliche Reinigung umfasst Fenster, Storen, Fugen und Küchengeräte. Gerüche zählen dazu: Was Sie selbst nicht mehr wahrnehmen, fällt Besuchern in der ersten Minute auf. Wie Sie hartnäckige Gerüche in Keller und Wohnräumen loswerden, beschreibt der Beitrag zu schlechten Gerüchen im Haus.

Aussen. Der erste Eindruck entsteht am Gartentor: Eingang, Briefkasten, Hecke, Rasen und Fassade. Ein gereinigter Sitzplatz und ein aufgeräumter Vorplatz wirken auf dem Titelbild des Inserats stärker als jede Beschreibung.

Home Staging und Fotos. Neutrale Textilien, aufgeräumte Oberflächen, alle Lampen an und Tageslicht in jedem Raum: Das ist die Grundausstattung für professionelle Bilder. Die Fotos entscheiden, ob Ihr Inserat angeklickt wird. Wie Sie jeden Raum für das Fotoshooting vorbereiten, zeigt Schritt für Schritt der Artikel zur Inszenierung für das Fotoshooting.

Was müssen Sie als Verkäufer offenlegen?

Alle Mängel, die Sie kennen. Die Gewährleistung für Sachmängel ist in Art. 197 OR geregelt und wird in Schweizer Grundstückkaufverträgen meist ausgeschlossen. Dieser Ausschluss schützt Sie aber nur bei Mängeln, die Sie nicht kannten: Nach Art. 199 OR ist die Wegbedingung der Gewährleistung ungültig, wenn die Verkäuferschaft einen Mangel arglistig verschwiegen hat. Umgekehrt haftet sie nach Art. 200 OR nicht für Mängel, die der Käufer beim Kauf kannte.

Daraus folgt die praktische Regel: Was Sie wissen, gehört ins Dossier. Typische Punkte sind Feuchtigkeit oder frühere Wasserschäden, Schadstoffe wie Asbest in Gebäuden aus der Zeit vor dem Verbot von 1990, hängige Bau- oder Nachbarschaftsverfahren, Dienstbarkeiten und Lasten aus dem Grundbuchauszug sowie ein allfälliger Eintrag im kantonalen Kataster der belasteten Standorte. Eine offen deklarierte Feuchtstelle kostet Sie vielleicht einen Preisabschlag; eine verschwiegene kann Jahre später zu einer Forderung führen. Wie der Kaufvertrag diese Punkte regelt, erklärt der Beitrag zu Kaufvertrag, Notar und Übergabe.

Wann starten Sie den Verkauf?

Erst wenn Preis, Dossier und Fotos stehen. Ein Inserat, das ohne Grundrisse oder mit Handyfotos online geht, verspielt die Aufmerksamkeit der ersten Tage, und ein Preis, der nach vier Wochen gesenkt werden muss, ist auf den Portalen für alle sichtbar. Die Vorbereitung ist deshalb kein Vorspiel, sondern der Teil des Verkaufs, der über die Verhandlungsposition entscheidet.

Wie es nach dem Verkaufsstart weitergeht, vom Inserat über die Besichtigungen bis zur Beurkundung, beschreibt der Beitrag Immobilie verkaufen in 10 Schritten. Wer die Vorbereitung nicht selbst stemmen will, übergibt die Schritte zwei bis sechs an einen regionalen Experten aus dem avendo-Netzwerk; worauf es bei der Wahl ankommt, zeigt die Checkliste zur Maklerwahl.

Fazit: Vorbereitung ist Verhandlungsposition

Ein gut vorbereitetes Haus verkauft sich nicht, weil es schöner aussieht, sondern weil es keine offenen Fragen hinterlässt: Der Preis ist hergeleitet, die Unterlagen liegen bereit, die Mängel sind bekannt und beziffert, die Bilder zeigen das Haus im besten Licht. Jede dieser Fragen, die ein Kaufinteressent selbst stellen muss, kostet Vertrauen und am Ende Preis.

Der erste Schritt ist der Wert. Die kostenlose avendo-Schnellbewertung liefert in wenigen Minuten eine fundierte Ausgangslage und zeigt, wo sich die Vorbereitung für Ihr Haus lohnt.

Frequently asked questions

Wie lange dauert die Vorbereitung eines Hausverkaufs?
Planen Sie vier bis acht Wochen ein, bevor das Inserat online geht. Der längste Posten ist die Beschaffung der Unterlagen: Grundbuchauszug, Pläne und Baubewilligungen kommen von Grundbuchamt und Gemeinde und brauchen je nach Kanton mehrere Wochen. Reparaturen, Entrümpeln und Fotos lassen sich parallel dazu erledigen. Der Verkauf selbst dauert danach in der Regel drei bis sechs Monate bis zur Beurkundung.
Soll ich vor dem Verkauf noch renovieren?
Kleine, sichtbare Mängel sollten Sie beheben: tropfende Hähne, defekte Leuchten, Risse im Verputz, abgeblätterte Farbe. Sie kosten wenig und signalisieren, dass das Haus gepflegt wurde. Grosse Renovationen wie eine neue Küche oder ein neues Bad lohnen sich vor dem Verkauf meist nicht, weil Käuferinnen und Käufer eigene Vorstellungen haben und die Investition selten voll bezahlen. Ausnahmen sind Schäden, die eine Finanzierung verhindern würden.
Muss ich Mängel beim Hausverkauf offenlegen?
Ja, alle Mängel, die Sie kennen. Schweizer Kaufverträge schliessen die Gewährleistung zwar meist aus, doch dieser Ausschluss ist nach Art. 199 OR ungültig, wenn die Verkäuferschaft einen Mangel arglistig verschwiegen hat. Wer Feuchtigkeit im Keller, einen Wasserschaden oder eine hängige Baueinsprache kennt und nicht nennt, riskiert Jahre später Forderungen. Dokumentieren Sie bekannte Mängel im Verkaufsdossier, das schützt beide Seiten.
Brauche ich einen GEAK für den Verkauf?
Der Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK) ist national freiwillig. Einzelne Kantone verlangen ihn bei einer Handänderung oder als Voraussetzung für Förderbeiträge; die geltende Regel Ihres Kantons finden Sie auf geak.ch. Unabhängig von der Pflicht fragen Kaufinteressenten heute nach den Energiekosten. Ein GEAK beantwortet diese Frage mit einer neutralen Einstufung und nimmt der Verhandlung ein Argument.
Soll ich das Haus leer oder möbliert zeigen?
Möbliert und neutral eingerichtet. Leere Räume lassen sich schwer einschätzen, Besucher können weder Grösse noch Nutzung einordnen. Ein Zimmer mit klarer Funktion (Schlafzimmer, Büro, Kinderzimmer) wirkt auf Fotos und bei der Besichtigung überzeugender als ein leerer Raum. Persönliche Gegenstände, volle Regale und Sammlungen gehören dagegen weg, damit sich Interessenten das Haus als ihres vorstellen können.
Was gehört ins Verkaufsdossier?
Aktueller Grundbuchauszug, Grundrisspläne mit Flächen und Kubatur, Gebäudeversicherungsausweis, Baubewilligungen für Umbauten, die letzten Nebenkosten- und Unterhaltsabrechnungen sowie, falls vorhanden, der GEAK. Bei Stockwerkeigentum kommen Reglement, Protokolle der Eigentümerversammlung und der Stand des Erneuerungsfonds dazu. Die komplette Liste mit Bezugsquellen finden Sie in unserer Unterlagen-Checkliste.
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Daniel Schüpfer

Daniel Schüpfer

Mitgründer, Strategie & Marketing